Was kann ich tun, damit es dir besser geht?

Es war nachmittags an einem ganz normalen Samstag im April. Ich nutzte den freien Tag um herumzunörgeln und mich mit meiner Familie anzulegen. Keifend stand ich in der Küche: „Warum liegt die Zahnspange hier in der Butterdose? Ich seh´ nicht ein, dass ich euch alles hinterherräume. Ich wette, die Katze ist auch noch nicht gefüttert. Und was ist mit deinem Referat über das Liebesleben südamerikanischer Faultiere?“

symbolbild-streit-290x163Mitten in meine Flut von Beschwerden hinein sagte mein Mann plötzlich seelenruhig: „Sag mal, geliebtes Weib und Ehemensch. Was kann ich tun, damit es dir besser geht?“ Hektisch begann ich, meine Vorwürfe bezüglich hungriger Zahnspangen und Picasso in der Butterdose zu wiederholen. Doch mein Mann unterbrach mich und fragte erneut: „Ja, das habe ich gehört. Aber was kann ich denn jetzt und hier konkret tun. damit es dir besser geht?“

Ich dachte einen Moment nach. Und plötzlich hörte ich mich sagen: „Ich hab so schlecht geschlafen letzte Nacht und bin müde. Eigentlich würde ich mich so gerne eine Stunde aufs Ohr hauen.“
Das war alles? Das war der eigentliche Grund, der uns allen vieren hier die Wochenendstimmung versauerte? Ehrfürchtig schaute ich meinen Mann an. Stumm wiederholte ich für mich die magische Zauberformel.

War es vielleicht doch kein Müsli, sondern die pure Weisheit gewesen. die mein Mann heute Morgen beim Frühstück mit Löffeln gefressen hatte? Eine halbe Stunde später hatte er die Kinder eingesammelt und sich mit ihnen auf den Weg zum großen Wochenendeinkauf gemacht. Ich hingegen lag im Bett. An den Füßen eine heiße Wärmflasche und auch im Herzen ein angenehm warmes Gefühl. Meinen Mann teile ich ja nur ungern. Aber bei seinen Zaubersprüchen bin ich großzügig. Die können Sie gerne mitbenutzen.